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Insel Bock – Eine Sandbank Vor Dem Darß

Insel Bock – eine Sandbank vor dem Darß

Wenn Sie am östlichen Zipfel der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst stehen und einen Blick Richtung Osten werfen, sehen Sie eine kleine Insel – unbewohnt, wild, Natur pur. Zwischen Hiddensee und der Halbinsel Zingst liegt die Insel Bock. Sie ist nur durch eine schmale Wasserstraße vom Festland getrennt und reicht fast bis an den Ort Barhöft. Die Insel Bock gehört zur Gemeinde Groß Mohrdorf, etwa 15 Kilometer nordwestlich von Stralsund und somit nur 1 Autostunde vom Haus WIECKin entfernt. Die Insel ist unbewohnt und darf auch nicht betreten werden. Sie gehört zum Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft.

Wie die Insel Bock entstanden ist

Der Bock, wie die Insel vor Fischland-Darß-Zingst genannt wird, ist keine Insel, die natürlich im Laufe der Zeit entstanden ist. Der Bock ist eine Sandbank, die durch Aufspülungen des Sandes aus der nahen Fahrrinne des Gellenstromes entstanden ist. Schiffe, die auf dem Weg in den Stralsunder Hafen waren, spülten Sand auf. Dieser lagerte sich ab und eine Sandbank entstand. Die Sandbank hat der Insel auch ihren Namen gegeben, denn der Name Bock leitet sich von „aufgebockt“ ab. Viele Schiffe liefen auf der Sandbank auf und waren also aufgebockt.

In den 30er Jahren wurden Sandablagerungen aus der Fahrrinne gebaggert und auf der vorhandenen Sandbank abgelagert. Anschließend wurden die höherliegenden Sande aufgeforstet. Seit dem gedeiht die Insel und wird zu einem kleinen Paradies. Die Insel gehört heute zur Kernzone des Nationalparks.

Nördlich der Insel Bock und östlich von Zingst beginnt das Windwatt. In dieser Region ist das Wasser flach. Manchmal ist es eher trocken. Das Windwatt ist immer dann trocken, wenn ein starker Ostwind das Meerwasser verweht. Eine richtige Ebbe und Flut wie an der Nordsee gibt es hier nicht.

Leuchtfeuer auf der Insel Bock

In den Jahren 1939/1940 wurden auf der Insel Bock zwei Leuchtfeuer gebaut. Zur damaligen Zeit war die Insel noch zugänglich. Die Leuchtfeuer stehen heute unter Denkmalschutz. Auf der Südseite der Insel Bock steht das Unterfeuer mit einer Höhe von 13 Metern. Auf der Nordseite der Insel, 660 Meter vom Unterfeuer entfernt, befindet sich das Oberfeuer mit einer Höhe von 23 Metern. Im Jahr 2014 wurden sowohl Unterfeuer als auch Oberfeuer saniert. Bäume, die zu hoch waren, wurden zurückgeschnitten, um eine freie Richtfeuerfreihaltezone zu gewährleisten. Dabei wurde die komplette alte Leuchtfeuertechnik ausgebaut und durch moderne Technik ersetzt. Das Unterfeuer können Sie übrigens vom Hafen in Barhöft sehen.

Insel Bock in der DDR

Ab den 60er Jahren wurde die Insel zwischen Hiddensee und der Halbinsel Zingst die Öffentlichkeit gesperrt. Das Ministerium für Staatssicherheit der DDR wollte über die Insel Fluchtversuche vereiteln. Für die hier ansässigen Grenztruppen wurden Bungalows, Finnhütten, Versorgungshütten und ein Bootsanleger errichtet. Eine Wohnhütte wurde am Anleger erbaut und diente der Pass- und Zollkontrolle. Die Bauten wurden nach der Wende entfernt. Die Insel Bock ist nach wie vor für die Öffentlichkeit gesperrt. Allerdings sind es heute Gründe des Naturschutzes, welche die Allgemeinheit ausschließen.

Insel Bock im Zeichen des Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft

Die Insel Bock liegt genau in der Region, in der sich einer der bedeutendsten Kranich-Rastplätze befindet. Von Mitte September bis in den November lassen sich hier tausende Kraniche nieder, die Rast machen für den Weiterflug in den Süden.

Auf dem trockenen Sandboden der Insel wachsen typische, maritime Gräser wie das Sandsegelsilbergras, Rotstraußgras, Strandhafer und Strandroggen. Aber auch Sandstrohblumen und Mauseohrhabichtskraut haben sich inzwischen hier angesiedelt. Und selbst der Sanddorn hat die Insel schon erobert. Im Westen der Insel Bock wachsen auf dem ehemaligen Spülfeld Sandtrockenrasen, der von Landreitgrasfluren und Wald umgeben ist.

Wenn Sie Ihren Urlaub auf Fischland-Darß-Zingst verbringen, sollten Sie unbedingt mal einen Blick hinüber – zur Insel Bock werfen.

Bildquelle: Bild von MustangJoe auf Pixabay

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